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1.FC Köln - Eintracht Trier 1:2 (0:1) am 06.05.2005 Drucken
Geschrieben von Alex   
Freitag, 6. Mai 2005

Freitag abend: Flutlichtspiel des frisch gebackenen Aufsteigers und Rückkehrers in die Erste Liga gegen die abstiegsbedrohte Eintracht aus Trier - also ab ins Rhein Energie Stadion zu Köln und 90 Minuten Zweitligafussball im Gästeblock geniessen.

Das Stadion ist mit 49 000 Zuschauern fast ausverkauft - lediglich im Gästebreich bleiben noch ein paar Plätze frei und vor dem Anpfiff herrscht eine tolle Atmosphäre inklusive netter Choreo, wie man sie aus Köln kennt! Doch auch aus Trier sind viele Fans mit an den Rhein gereist, um ihr Team im Abstiegskampf lautstark zu unterstützen.

Alles scheint angerichtet zu sein für ein gutes Fussballspiel - doch leider haben die FC-Profis keine Lust, sich an einem solchem zu beteiligen. Über die gesamten 90 Minuten zeigt Köln nicht, warum dieses Team wieder in die erste Liga muss - von diversen Spielern wird sich der Verein deshalb auch trennen und neue, gestandene Erstligaprofis einkaufen. Wenn dies nicht gelingt wird sich der FC - egal mit welchem Trainer - ganz schnell wieder aus der Eliteliga verabschieden und endgültig zu einer Fahrstuhlmannschaft wie Bielefeld usw. werden.

Trier kann durch die einfachsten aller Fussballertugenden - nämlich Kampf um jeden Ball und jeden Zentimeter Boden - locker mithalten und geht durch einen Freistoss von Pekovic in der 41. Spielminute in Führung. Und dies nicht einmal unverdient, da die Kölner offensichtlich seit Montag zu viel Kölsch getrunken haben und eine ganz schwache 1. Halbzeit spielen. Die Kölner Zuschauer sind nun nicht mehr in Aufstiegslaune und verabschieden das Team von Noch-Trainer Huub Stevens mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Pause.

In der Halbzeitpause muss der scheidene Holländer wohl ein wenig lauter geworden sein - seine Spieler sind nun deutlich bemühter, ohne dabei aber wirklich erstligareif zu wirken. Gerade Spieler wie Scherz, Voigt und Springer beweisen eindrucksvoll, warum sie noch keinen neuen Vertrag beim FC bekommen haben und wohl in der zweiten Liga bleiben werden.

Der eingewechselte Ebbers sorgt für ein wenig Schwung im Offensivspiel der Rothemden und so gelingt dann dem Liebling aller Kölner, dem Prinz von und zu Poldi, auch der 1:1 Ausgleichstreffer. Für kurze Zeit erwacht auch das Publikum wieder und es wird gefeiert und kräftig gesungen. Doch das Spiel verflacht erneut und die Zuschauer werden wieder ungeduldig - bei dem ein oder anderen Fehlpass kommen nicht zu überhörende Pfiffe von den Rängen. Trier hingegen kämpft auch nach dem Ausgleich tapfer weiter und die lustigen Trier-Fans geben ebenfalls alles und machen das Auswärtsspiel zu einem verkappten Heimspiel. (Übrigens hat die Eintracht aus Trier noch nie zuvor vor so vielen Zuschauern gespielt - es scheint sie aber eher zu beflügeln als zu hemmen...)

Als die ersten FC-Fans sich bereits mit dem einen Punkt im Gepäck auf den Heimweg machen wollen, passiert was passieren muss: Nico Patschinski trifft nach einem gut vorgetragenen Konter zum 1:2 Siegtreffer und der Gästeblock ist nicht mehr zu halten. Die letzten 5 Minuten wird nur noch gefeiert und gesungen - der Rest des Stadions leert sich merklich und die Zuschauer, die noch bleiben, pfeifen ihr eigenes Team aus. So kommt Köln nicht mehr zu einer Ausgleichschance und Trier darf nach 90 Minuten nicht nur einen wichtigen Auswärtssieg im Abstiegskampf feiern, sondern fügt Köln auch die erste Heimniederlage in dieser Saison zu.

Die Südkurve empfängt die Versager mit einem gellenden Pfeifkonzert der lauteren Art - diverse Beschimpfungen dürften auch dabei gewesen sein - während in der Nordkurve die Party der Spieler mit den Fans beginnen kann. Der obligatorische Diver fehlt ebenso wenig wie die gemeinsame Welle und das Trikot in die Menge schmeissen.

Alles in allem hat sich der Weg nach Köln gelohnt - 3 Tore für 5€ Eintritt und dazu noch eine gute Atmosphäre (zumindest im Trier-Block) bekommt man nicht überall geboten. Die Stadionwust im Brötchen ist zwar gross, aber nicht wirklich gut - ebenso müssen die Ordner im Gästebereich dringend noch ein wenig der berühmten rheinischen Fröhlichkeit eingeimpft bekommen! Teilweise wurde völlig überzogen reagiert und die Gästefans rabiat behandelt. Von Gästen in diesem Zusammenhang zu sprechen passt eigentlich nicht...

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