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U23 1.FC Köln - U23 Hertha BSC Berlin 4:1 (2:1) am 11.05.2005 Drucken
Geschrieben von Alex   
Mittwoch, 11. Mai 2005

Mittwoch 18:00 Uhr im Kölner Süden - im ehrwürdigen Südstadion wird das vorgezogene Regionalliga Nord Punktspiel zwischen den Gastgebern der U23 Mannschaft des 1.FC Köln und der U23 des Hauptstadtklubs Hertha BSC angepfiffen.

Ich hatte mich auf den Weg gemacht, um das Spiel zu sehen - aber vor allem auch um endlich einmal das Südstadion in Köln kennenzulernen! Immerhin hatte hier mal die Fortuna aus Köln grosse Erfolge gefeiert - wo die nun gelandet ist, wissen zumindest die Insider rund um Köln...

Am Stadion angekommen war es mir leider nicht möglich, in den Gästeblock zu kommen - denn der blieb heute geschlossen! Wer sollte auch mitten in der Woche aus Berlin anreisen, um seine abstiegsbedrohte Amateurmannschaft anzufeuern?! Also schnell eine Stehplatzkarte für die unüberdachte Gegengerade - auch Osttribüne genannt - gekauft (Kostenpunkt 3€ erm.) und rein ins Stadion.

Das Südstadion ist ein Stadion mit Laufbahn, aber durch die geringe Gesamtgrösse des Stadions ist man doch recht nah am Spielfeld dran. Es gibt eine überdachte Sitzplatztribüne, die eher spärlich gefüllt war und die Plätze für die Presse bietet. Ansonsten gibt es im Süden eine Kurve hinter dem Tor (heute ebenfalls geschlossen) und die Nordkurve mit der Anzeigetafel - dort findet man normalerweise die Gästefans. Die Gegengerade war auch eher spärlich gefüllt - insgesamt sollen sich 350 Zuschauer im Stadion eingefunden haben - wobei die DK-Inhaber des FC freien Eintritt geniessen! Das Publikum war bunt gemischt - vom Rentner der "schon immer" zum FC geht, über den fussballbegeisterten Studenten bis hin zu den Teens, die wahrscheinlich vor allem wegen Markus Feulner und der anderen jungen Burschen des Heimteams gekommen sind.

Stimmungsmäßig war nicht besonders viel zu vernehmen - in der Südkurve hingen zwei Zaunfahnen des Heimteams - aber besonderen Support gab es nicht. Vor dem Spiel und in der Halbzeitpause spielt man beim "kleinen" FC übrigens die gleichen Lieder wie bei den Profis - so langsam kann ich dann auch mitsingen! :-) So konnten sich die Zuschauer voll und ganz auf das Spiel konzentrieren - und alle kamen dabei auf ihre Kosten!

Bereits nach 2 Minuten klingelte es das erste Mal im Tor der Gäste. Daniel Chitsulo sorgte per Kopf für die schnelle Führung. Doch nur sieben Minuten später konnte die Hertha durch ihren Kapitän Sven Kretschmer ausgleichen - hierbei war die Hintermannschaft des FC aber mehr als hilfreich! (Kommentar von der Tribüne: "Mehr Einsatz man...") Anschliessend beruhigte sich das Spiel ein wenig, wobei die Berliner den gefälligeren Fussball spielten, doch in der Nähe des Strafraums war zumeist Schluss damit. Zu wenig Zug zum Tor machte es den Kölnern leicht, sich zu sortieren - einzig ein Schuss aus gut 30m von Profi Alexander Madlung musste der Keeper der Domstädter parieren. Auffällig stark bis zu diesem Zeitpunkt spielte die Nummer 20 der Hertha Kevin Boateng - zu ihm aber später mehr.

In der 28. Minute dann die erneute Führung der Einheimischen - wieder war es Chitsulo, der erneut abstauben konnte. Die Vorarbeit kam von Markus Feulner, seine einzig starke Szene an diesem Abend. Sieben Minuten später die dritte Chance der Kölner - wieder Daniel Chitsulo, der es mit einem Schuss aus 20m probierte. Ansonsten war von der Abteilung Attacke nicht viel zu sehen - drei Torchancen und zwei Tore sind allerdings auch eine gute Quote. Für den letzten Höhepunkt der ersten Hälfte sorgte ein Zuschauer - nach einer Gelben Karte für die Berliner hörte man im ganzen Stadion seinen Spruch: "Scheiss Berliner - sind doch alles Mörder!" (Ich teile diese Meinung zwar nicht, aber es war doch zu komisch in dieser Situation...)

Die zweite Hälfte begann erneut mit einem Paukenschlag - Giovanni Federico erzielte mit seinem 18. Saisontreffer die 3:1 Führung direkt nach dem Wiederanpfiff. Dabei halfen ihm auch zwei bis drei Abwehrspieler der Hertha, die in dieser Szene mehr als schlecht aussahen. Berlin nicht geschockt probierte weiter sein Spiel zu spielen - aber wie in der ersten Hälfte bis zum 16er alles schön anzuschauen, aber dann zu ungefährlich! Gefährlich wurde es dann in der 64. Spielminute. Eine nicht geahndete Tätlichkeit durch einen Berliner Stürmer auf Höhe der Mittellinie sorgte für ein Revanchefoul eines Kölners und die anschliessende Rudelbildung! Das Spiel musste für einige Zeit unterbrochen werden, bevor Schiedsrichter Kasper (mehr zu seiner "Leistung" später) dem bis dahin starken Boateng die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit gab. Was er gesehen hat bleibt sicherlich sein Geheimnis - aber das Spiel war damit so gut wie entschieden. Keine 10 Minuten später war erneut Publikumsliebling Federico zur Stelle und machte mit einem schönen Tor und dem 4:1 alles klar. Danach verwaltete Köln den Vorsprung nur noch - hätte allerdings den ein oder anderen Konter besser abschliessen müssen. Aber nicht ohne Grund ist das Team immer noch vom Abstieg bedroht...

Nun war es wieder an der Zeit, dass das Publikum für ein wenig Abwechslung sorgte. Die Berliner Ersatzspieler boten sich hervorragend dafür an und so wurden sie beim Aufwärmprogramm neben dem Berliner Tor ein wenig provoziert. Ante Covic - immerhin mit der Erfahrung von 62 Bundesligaspielen - ging auf die Pöbeleien ein und war damit der "Liebling" der Gegengerade. Die 18 Minuten persönliche Spielzeit werden sicherlich in seinem Gedächtnis haften bleiben - aber er wollte es wohl auch nicht anders. Ein weiterer Einwechselspieler bei den Berlinern war der Sohn des Managers, Sebastian Hoeneß. Dieser fiel mir in der kurzen Zeit nur durch Abspielfehler und eine Gelbe Karte wegen Meckerns auf. Hut ab zu dieser Leistung...

Apropos Leistung - was Schiedsrichter Kasper mit seinen beiden Helfern heute gepfiffen hat ist wirklich zu hinterfragen. Der gute Mann aus Katlenburg hatte heute sicherlich nicht seinen besten Tag - erst versuchte er sich zu profilieren ("Noch einmal und dann ist für sie Feierabend!") und dann durchblickte weder er noch einer seiner Helfer an der Linie die Situation in der 64. Spielminute. Die erste Tätlichkeit mussten die drei Herren nicht unbedingt mitbekommen (ich habe sie gesehen), das anschliessende Revanchefoul eines Kölners aber auf jeden Fall. Das mit Boateng dann auch noch ein Spieler den Platz verlassen musste, der mit der Ausgangssituation nichts zu tun hatte, passt ins Bild und lässt mich doch stark an der Regionalligatauglichkeit des Unparteiischen zweifeln. Aber vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag...der Kasper!

Alles in allem eine gelungene Tour - ich denke ich werde das Südstadion in der neuen Saison noch häufiger aufsuchen und hoffe doch, dass die Kölner die Klasse halten werden. Und falls ein Spiel dann doch zu langweilig sein sollte, kann man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion den Swinger Club an der freien Tankstelle besuchen - ob die Hells Angels Cologne als direkte Nachbarn des Clubs damit in Zusammenhang zu bringen sind, wage ich nicht zu behaupten.

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