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Die Mannschaft von Trainer Jörg Goslar trägt ihre Spiele im Eilenriedestadion aus - ein altes Fussballstadion mit Laufbahn (erbaut 1922), in dem Hannover 96 die drei Amateurmeistertitel
1960, 1964 und 1965 erringen konnte.
Die
äusseren Bedingungen waren top, die Sonne zeigte sich am blauen
Herbsthimmel über der schönsten Stadt der Welt, das Stadion zog mich
sofort in seinen Bann und auf der Tribüne wählte ich Platz 96 auf einer
der Holzbänke. Circa fünf Meter von mir entfernt setzte sich das hannoversche
Fussballidol und BILD-Kolumnist Dieter Schatzschneider
auf seinen Platz,
um sich ebenfalls den Nachwuchs der Profis
anzuschauen. Leider waren insgesamt nur 150 Zuschauer im Stadion; nicht
ein Fan aus Büdelsdorf hatten den Weg auf sich genommen und der
schlechte Besuch mag sicherlich auch an den stolzen Eintrittspreisen
von 8 / 4€ (erm.) liegen - für eine Zweitvertretung in der Oberliga
einfach zu viel...
Doch alle die an diesem
Tag dem Stadion ferngeblieben sind sollten etwas verpassen - ein
hochklassiges Spiel zwischen der extrem jungen Truppe von 96 und den
teilweise mit Regionalligaerfahrung ausgestatteten Gegnern aus dem
hohen Norden. In der 16. Spielminute konnte Sezai Demircán
per Foulelfmeter den Gastgeber in Führung bringen, doch die jungen
Roten taten sich auch nach der Führung schwer ins Spiel zu kommen. So
fiel der Ausgleichstreffer nach einem schweren Abwehrfehler in der 34.
Minute auch nicht unverdient - mit diesem Ergebnis ging es auch in die
Kabinen. Der spektakuläre Teil des Nachmittags sollte in den
anschliessenden 45 Minuten folgen.
Gerade einmal vier Minuten waren nach der Pause gespielt, als Hendrik Hahne
nach feinem Zuspiel von Johannes Dietwald die erneute Führung erzielte.
Doch bereits 120 Sekunden später folgte der Ausgleichstreffer - zuvor
hatte Torhüter Morten Jensen
einen schweren Fehler begangen. In den folgenden Minuten zeigte sich,
dass die Nachwuchsspieler mit der rustikalen Spielweise der Gäste nicht
wirklich klar kamen - die zwei bulligen Stürmer sorgten immer wieder
für Gefahr vor dem Tor der Roten. In der 64. Spielminute war es erneut
Hahne, der die Gastgeber in Führung schiessen konnte - das Tor entstand
aber eher zufällig nach einem langen Freistoss in den 16m Raum, an dem
der Gästekeeper vorbei flog und Hahne am zweiten Pfosten den Ball mehr
oder weniger glücklich an das Bein bekam, von wo aus er dann über die
Linie trudelte. Aber da muss ein Abstauber mit Torriecher eben
stehen...
Doch auch diese Führung
sollte ebenfalls nicht ausreichen - 10 Minuten später herrschte erneut
Chaos in der Hintermannschaft um Torwart Jensen und ein präziser
Flachschuss aus 14m sorgte für den viel umjubelten Treffer zum 3:3!
Jetzt ging es hoch her auf dem Platz - 96 erarbeitete sich eine Chance
nach der anderen - aber entweder stand der Pfosten im Weg oder aber das
eigene Unvermögen wie im Fall von Fabian Montabell,
der freistehend aus 6m über das Tor schoss. Trainer Jörg Goslar
verzweifelte förmlich an der Seitenlinie und wurde doch noch erlöst - Markus Weck, vor kurzem noch mit seinem Debut bei den Profis im Pokalfight in Aachen, erzielte den Treffer zum 4:3 Endstand.
Alles
in allem ein verdienter Sieg der "kleinen" Roten, die aber in der
Abwehr zu viele Fehler machten - stark präsentierten sich Hahne und
Dietwald, während Jensen und Montabell einen schwächeren Tag erwischt
hatten. Von den Zuschauern war leider nur etwas zu hören, wenn die Tore
der Roten zu bejubeln waren - ein Support fand nicht statt. Dies
geschieht wohl nur bei sogenannten Spitzenspielen, was ein wenig schade
ist - denn diese Mannschaft hat immer eine zahlreiche und laute
Unterstützung verdient.
Trainer Jörg
Goslar zog nach dem Spiel - er musste in den letzten Spielminuten auch
noch auf die Tribüne - folgendes Fazit: "Für die Zuschauer war das sehr
unterhaltsam und eine Werbung für unser nächstes Heimspiel gegen
Wilhelmshaven. Ich persönlich hätte mir einen ruhigeren Nachmittag
gewünscht"!
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