|
Pünktlich um 11 Uhr war ich, durch die vorabendliche Torwort-Party samt anschließender Puffmusik noch mit ordentlich Promille gesegnet, abfahrbereit in der Niedersachsen-WG. Daniel erblickte gerade erst das Licht des Tages und seinem Gestammel nach zu urteilen hatte er noch ordentlich mehr Umdrehungen in der Blutbahn.
Nach einer kleinen, aber feinen, und vor allem ungewollten Stadtrundfahrt in Brüssel brachte uns eine Passantin auf den rechten Weg und so waren wir pünktlich 20 Minuten nach Anpfiff auch schon im schönen Stade Joseph Marien. Was für eine sensationelle Haupttribüne, in die Reliefs von Fußballszenen eingearbeitet sind und im Erdgeschoss die in Belgien traditionelle Stadionspelunke, herrlich!
Selbstverständlich hatten wir bei unserer Ankunft bereits das erste Tor verpasst. So vegetierten wir auf der Stehtribüne fröhlich vor uns hin, Daniel sah sich nicht einmal in der Halbzeit im Stande sich zu erheben, während Herr Spratte und ich uns schon wieder am ersten Jupiler in der Tribünenkaschemme versuchten. Lecker!
Ich entschied mich irgendwann noch für eine Runde Hamburger und verpasste dadurch natürlich genau die entscheidende Szene, die zum Elfmeter und damit zum 1:1 führte, naja, sind ja nicht wegen den Toren hier. Der Burger war leider etwas drüsch, dafür goalten meine Freunde aus dem deutschsprachigen Belgien noch zum 2:1 ein. Auswärtssieg! Immer wieder schön, in Belgien deutsche Anfeuerungsrufe zu hören.
Und ab dafür zur zweiten Station, dem RSC Anderlecht. Kurz der Mahnwache vor dem Brüsseler VW-Werk zugewunken und den Polo auf einen dafür vorgesehenen Parkplatz gewuchtet standen wir auch schon vor dem Stade Constant van den Stock. Auf dem Marsch enttarnte uns leider ein Siegener Hopper, den wir jetzt logischerweise am Bein hatten. Aus Versehen orderten wir natürlich ausgerechnet am Heineken-Stand ein Bier, igitt! Dafür versöhnten die Pommes mit Samurai-Sauce den Gaumen bzw. ätzten durch die hervorragende Schärfe die holländischen Bierpartikel aus dem Gaumen.
Im Stadion war derart Null Stimmung, das ist schon unglaublich bei 27.000 Leuten. Das hat man halt von diesem Kommerzfußball. Fast keine Fans, nur Zuschauer. So wird's auch bei uns noch kommen mit diesen ganzen Sitzplatzkomfortarenen. Nur als Daniel grade mal seinen Bruder anrief verstand man natürlich kurze Zeit sein eigenes Wort nicht mehr: Freistoß und Drin, 1:0!
Im Laufe des Spiels musste man langsam Angst haben, dass Benni demnächst einfach umfällt, seine Augen waren nur noch zu zwei Millimetern geöffnet. Dass Anderlecht das Spiel bestimmte, machte die Stimmung trotzdem nicht besser, die paar mitgereisten Roeselarer machten sich des öfteren mit einem „Psssssst!“ darüber lustig und wir uns kurz vor Schluß auf die Heimreise.
Irgendwo zwischen Lüttich und Grenze wollten wir noch an einer Frituur an einem Parkplatz speisen, an dem ich neulich ganz hervorragend diniert hatte – doch es tauchte weder der Parkplatz noch die Frituur jemals am Straßenrand auf! So lief`s halt doch auf Whopper Menu mit anschließendem McFlurry (der geneigte Leser hat erkannt: Zwischendurch wurde die Fast Food Location gewechselt) hinaus. Sachdienliche Hinweise, wo die Frituur samt Parkplatz hingekommen ist, bitte an die Redaktion.
...96 Kölsch Ehrenmitglied Gregor
» Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|