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Fortuna Düsseldorf II - Bayer Leverkusen II 1:0 (1:0) am 22.05.2010
| Fortuna Düsseldorf II - Bayer Leverkusen II 1:0 (1:0) am 22.05.2010 |
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| Geschrieben von daniel | |
| Montag, 31. Mai 2010 | |
"Königs, der alt e Eierkopf, der hätte drei Dinger machen müssen!" - so die Worte von zwei Fortuna-Anhänern auf dem Rückweg vom Stadion. Königs ist der Sturmführer, der zweiten Herrenmannschaft von Fortuna Düsseldorf, die am Pfingstwochenende auf die zweite Herren von Bayer 04 Lerverkusen traf. Ort des Zusammentreffens war das Paul-Janes-Stadion, die ehemalige Stamm-Spielstätte der Kicker aus der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt. Namensgeber des wunderschönen Sportplatzes ist ein ehemaliger Nationalspieler, wobei mir der ehemalige Name 'Fortunaplatz' persönlich wesentlich besser gefällt.Die Düsseldorfer Stadtväter überlegten sich Ende der 90er, dass Düsseldorf, auch wenn es keine WM-Stadt im Jahr 2006 ist, was bei Baubeginn feststand, unbedingt ein neues Stadion braucht ( neudeutsch Arena). Man kann ja eventuell auch mal Olympische Spiele austragen, was tatsächlich bei der Planung eine Rolle spielte. Grundsätzlich ist das der Tod der traditionsreichen Spielstätten, da in diesem Fall bis zur Neueröffnung des auf der grünen Wiese, weit vor den Toren der Stadt und nur mit Kettcar, Tandem oder Bus zu erreichenden Stadions in der alten Betonschüssel oder im Nachbarort gespielt wird. Zwar ist dann oft noch genug Geld für den Abriss des alten Stadions da, aber auf gar keinen Fall sind monetäre Mittel für den Erhalt der vor Tradition triefenden Plätze wie Grünwalder Stadion oder Eilenriedestadion vorhanden.Nicht so in Düsseldorf, denn wer eine nicht ausgelastete Arena für 218 Millionen Euro baut, der kann auch fünf Millionen in den Ausbau der alten Heimspielstätte stecken, eine Investiton, die sich gelohnt hat. Das reine Fußballstadion bietet nach Angaben der Vereins-Homepage 7.150 Besu chern
Platz. Der Fortuna-Mob hatte es sich auf der Haupttribüne (erstes Foto)
auf den 2.200 überdachten, auf Sitzbänken befindlichen Plätzen bequem
gemacht. Die Stehtribüne im Norden blieb an diesem Tag geschlossen und
so verteilten sich die restlichen Düsseldorfer auf der Ostgeraden, wo
es neben den Stehplätzen (insgesamt 4.550 unüberdachte im kompletten
Rund) noch eine Zusatztirbüne gibt. In der Zeit, als am Flinger Broich
die erste Fortuna-Herren agierte, gab es zwei Zusatztribünen mit
insgesamt 1.548 Plätzen, jetzt steht nur noch eine, wo es sich im
prallen Sonnenschein bestens aushalten läßt (zweites Foto). Es scheint
mir, dass diese geschätzt 500 Plätze bei der Gesamtkapazitätsangabe
nicht berücksichtigt sind. Die Gästefans finden sich im Süden auf einer
für 400 Fans ausgelegten Stehtribüne ein (drittes Foto), doch dem Ruf
ihres Teams nach Unterstützung folgten an diesem Tag kaum 100
Sympathisanten. Wahrscheinlich gab Henry Maske in seiner im alten
Ulrich Haberland-Stadion befindlichen Buletten-Braterei Frei-Pommes aus
und der Konzern packte noch eine Packung Aspirin zur Feier des Tages
drauf, so dass dieser Anreiz stärker gewesen sein könnte, als die
eigene Mannschaft zu unterstützen. Ein enttäuschender Support, ging es
doch für beide Teams an diesem Samstag ums sportliche Überleben. Die
Polizei hatte an diesem ersten Samstag ohne großen Fußball
(Bundesliga-Saison und DFB-Pokalfinale waren beendet) auch nichts
Besseres vor und war mit einer gefühlten Hundertschaft vor Ort,
allerdings größtenteils im Schatten vor dem Stadion und nicht im mich
begeisternden Stadioninneren.Der Wettergott hatte ein Einsehen, was gibt es Schöneres als sich bei gefühlten 30 ° Celsius mit Bier und Bratwurst in der Sonne zu braten und Fuppes zu gucken. Ich erinnere mich hierbei gerne an das legendäre Spiel zwischen Fortuna Köln und dem VfL Leverkusen , einfach in der Sonne zu stehen, die Atmosphäre im Stadion und auch die Tradition verganger Duelle aufzusaugen - und natürlich Fußball zu gucken! Ein Problem hierbei war an diesem Tag, dass es auf der Osttribüne keinen Getränkeausschank gab, was mich doch sehr an das Grünwalder Stadion erinnerte. Statt dessen muss man aus dem Stadion raus, die Straße wenige Meter entlang gehen, um sich im Gebäude der Fortuna-Geschäftsstelle im Vereinsheim mit Kaltgetränken einzudecken (viertes Foto, lange Schlange in der Halbzeit). Fußball wurde an diesem sonnigen Pfingstsamstag natürlich auch gespielt und es ging um viel: Fortuna II stand mit 35 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz, Bayer II lag mit 37 Zählern auf dem 15. und somit letzten Nichtabstiegsplatz, zusätzlich mit dem besseren Torverhältnis ausgestattet (Tabellenschlusslicht war übrigens Eintracht Trier, 29 Punkte, deren sportliches Leistungsvermögen die Roten Riesen in diesem Spieljahr auch zu spüren bekamen). Leverkusen mit Trainer Ulf Kirsten wirkte von der Spielanlage reifer, die Körpersprache vermittelte ein gesundes Selbstbewußtsein und die Einstellung, dass nur die Frage der Höhe des Sieges heute zu klären sei. Doch Fortuna kämpte, angefeuert von geschätzten 1.500 Anhängern, wobei später im Kicker die Zuschauerzahl mit 1.086 angegeben wurde. Meine liebsten Sprechchöre waren "Ihr seid leiser, als Fortuna Köln!" und "Ihr habt keinen Hauptbahnhof, ihr habt keinen Hauptbahnhof!", was die Leverkusener wehrlos über sich ergehen ließen. Stimmungstechnisch stand der Sieger schnell fest, denn ein Lied folgte dem nächsten. Die besseren Chancen hatte bei etlichen Kontern das komplette Spiel über die Heimmannschaft, ließ diese aber in beängstigender Weise ungenutzt. Doch wer anders als "Goalgetter" Marco Königs sollte es richten? Niemand, Königs netzte in der elften Minute zum Siegtreffer ein und überrundete mit seinem Team die Bayer-Kicker. Ein weiteres Highlight an diesem Tag war für mich die mobile Anzeigentafel, die sich auf einem Anhänger befand (letztes Foto, sie zeigte tatsächlich Spielzeit und Ergebnis an) und die der Platzwart scheinbar bei Spielen der Fortuna-Profi-Kicker in seinen Schrebergarten fährt, um das Ergebnis und die Spielze it jederzeit komfortabel einsehen zu können. Die Sky-Graphik ist manchmal wirklich kaum zu lesen... Absteiger sind nach DFB-Angaben im Normallfall immer die Mannschaften, die die wenigsten Gewinnpunkte erzielt haben (Quelle: dfb.de ). Nicht so aber in der Regionalliga West, wo der Bonner SC, Waldhof Mannheim und Rot-Weiß Essen den Erweis wirtschaftlicher Stärke schuldig blieben und zwangsabsteigen mussten. Sportlich konnten sich also beide Teams retten und Königs ist vielleicht ein Eierkopf, aber der einzige seiner Art, der an diesem Tag ins Tor getroffen hat. Ich kann jedem Fußballfan den Besuch des alten Fortunaplatzes nur empfehlen!
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