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KSV Holstein - FC Heidenheim am 19.09.2009 1:0 (1:0) Drucken
Geschrieben von step   
Samstag, 19. September 2009
Der Einstieg in einen Holsteiner Fussball-Nachmittag Fussball ist immer noch wichtig und ich wollte - nach meinem letzten Stadionbesuch der Roten in Trier und beim FC gegen Wolfsburg - endlich mal wieder Rasenduft, Bratwurst und ehrliche Arbeit auf dem Platz erleben!

Geschenkt bekommt man ja bekanntlich nichts im Leben. Dieser Stadionbesuch überraschte aber direkt zu Beginn mit einem Gratis-Stadionmagazin. Im Laufe der ersten Spielhälfte stellte sich schnell heraus, dass dieses ein offensichtlicher Fehldruck war. Bei der Recherche nach Spielernamen, fand ich zwar eine Aufstellung mit Fotos, Spielernummer und Vereinszugehörigkeit, die Namen selbst suchte man jedoch vergeblich.

Der Spielbesuch begann mit einer Bratwurst-Cola-Kombination die direkt unterhalb der Heimkurve sehr schmackhaft und empfehlenswert war. Freundlicher Service, Toiletten in Reichweite - alles war gut.

Das Kaltgetränk vom hiesigen Limonade-Sponsor dürfte aktuell von allen Ultras boykottiert werden, da in jüngster Vergangenheit das Verdecken der zugehörigen Banden-Reklame durch eine Zaunfahne zu aggressivem Einschreiten des Sicherheitsdienstes führte, weshalb zu Beginn des Spiels mehrfach zum Rauswurf des Sicherheitschefs T. Döbel aufgerufen wurde.

Das ich die Rufe vorab als "Männliche-Geschlechtsorgan"-Raus Rufe verstand, ließ sich jedoch schnell klären und mein Verdacht auf eine neue Form der Choreo war damit auch geklärt. Abwegig ist der Gedanke meiner Meinung nach aber nicht, wenn man hört das die Kieler zuletzt gruppendynamisch ihr Schuhwerk zur Applaus-Unterstützung nutzten.

Nachdem mich persönlich Hannover 96 und der Fussball der höheren Klassen in der aktuellen Spielzeit noch nicht wirklich locken konnten, habe ich mich dazu entschlossen, fernab im hohen Norden mein Glück zu suchen. Fussball am Rande der Professionalität sollte es sein. Die 3. Liga, seit neuestem ein weiteres Instrument im Marketing-Mix des DFB, war heute mein Ziel.

Das KSV Holstein Wappen am Stadion Das Holsteinstadion stand auf dem Programm und 1,5 Stunden vor Anpfiff der Roten ging es südlich des Nord-Ostsee-Kanals darum sich von den Abstiegsplätzen abzusetzen.

Der Kieler SV Holstein hatte die jüngste Vergangenheit sehr turbulent zugebracht, was durch die Trainerentlassung eine Parallele zu den Roten schaffte. Aufhellen konnte man die Umstände zur Verabschiedung (fristlose Entlassung bei einem 4-Jahresvertrag!) von Falko Götz und dem Vorwurf der Tätlichkeit gegenüber einem Spieler aus den eigenen Reihen beim Spiel gegen Eintracht Braunschweig zwar nicht, eine neue Flutlichtanlage (TV-konform) stand aber seit dieser Woche bereit und wird Anfang Oktober im Einsatz gegen die Amateure der Stuttgarter eingeweiht.

Eine weitere Parallele zu den Roten war es, dass an diesem Tag die erste Hälfte in Richtung der heimischen Fankurve stattfand. In Kiel scheint es wie andernorts auch den 12. Mann im zweiten Durchgang besser im Rücken zu haben, dazu später noch etwas mehr.

Die dritte und letzte Parallele ist wohl die Torwart-Situation, denn auch in Kiel musste Ersatzmann Henzler für die zuvor verletzungsbedingt ausfallenden Frech und Belyaev ran, machte seine Arbeit aber wie auch Florian Fromlowitz gut. Klaus Thomforde scheint hier also ähnlich wie Jörg Sievers bei unseren Roten gute Arbeit zu machen.

Neben dem Kontrahenten war das Aluminium in dieser Spielzeit schon oft Gegner der Kieler, was in diesem Spiel jedoch einzig meinen Fang des Spielgeräts verhinderte, indem selbiger von der Dachbande wieder auf das Spielfeld zurück prallte - eine ordentliche Bogenlampe der Aktiven selbstredend vorausgesetzt.

Torjubel nach dem 1:0 durch ein Eigentor von Beisel (Nr. 25 unten links) Kiel startete von Beginn an mit diversen guten Angriffsversuchen, wurde aber nach dem ersten Drittel der ersten Hälfte durch die Heidenheimer abgelöst. Das Tor fiel durch ein deutliches Eigentor des Heidenheimers Christian Beisel, direkt vor meinen Augen, welches während des Spiels aber noch "offiziell" einem Kieler zugeschrieben wurde.

Eine funktionierende Anzeigetafel fehlte neben einer Stadionuhr komplett. Die Hoffnung auf einen Sportschau-Beitrag wurde jäh enttäuscht, sodass nur die Webseite des Kieler SV Holstein Gewissheit bringen konnte.

Das Spiel Fussball hängt von diversen Faktoren ab und neben den Kontrahenten, dem Schiedsrichter und den Platz- und Witterungsbedingungen (es war im übrigen ein fantastischer Spätsommer-Tag) ist da natürlich auch die Stimmung im Stadion ausschlaggebend.

Kiel wollte hier in nichts nachstehen und besitzt neben einer in Dauergesang und Fahnenschwenken erprobten Ultragruppierung auch einen etwas spontaner agierenden Mob an Stehplatz-Fans, welcher mich persönlich mit dem an Schiffs-Sirenen erinnernden sehr lang anhaltenden und je nach individueller Lungen-Kapazität in sich wiederholenden KIIIEEEEEEEEEEEL Gesang (besser Gebrüll) beeindruckte. Dieser wurde bevorzugt in Phasen ausgepackt wenn der Gegner einen Freistoß oder ähnlich brisante Szenen hatte. Eine einschüchternde Wirkung war bei massiver Teilnahme nicht zu verleugnen.  Zusätzlich seien hier noch der Wechselgesang mit der "Gegengeraden" und der "Rundumgesang" im Stadion (inkl. Kuchenblock) als Stimmungshöhepunkte erwähnt.

Die zweite Hälfte gestaltete sich durch ein Auf und Ab abwechslungsreich. Höhepunkt war ein reflexartiges Handspiel des Kielers Lamprecht, welcher offensichtlich exakt 0,15 Sekunden nach seinem Griff zum Ball wusste das dieser Griff einer in den Eimer mit Scheiße war. Obendrauf gab es die rote Karte und Kiel spielte fortan in Unterzahl.

Gegen Ende wurde noch die ein oder andere "Nettigkeit" zwischen den Spielern ausgetauscht. Insbesondere Jarosch und Schyrba hatten sich offensichtlich noch nach dem Abpfiff etwas zu sagen. Trotz ein zwei gröberer Fouls inklusive einer kahnschen Flugeinlage über die Werbebande war es ein durchweg passables Aufeinandertreffen der zwei Aufsteiger.

Der Schiedsrichter tat nicht immer sein Bestes um das Spiel nicht unnötig zu unterbrechen um z.B. den Ball bei Abseitsentscheidungen nochmal ca. drei Meter zurücklegen zu lassen war aber im Fazit kein schlechter.

Gästefans aus Heidenheim Die Heidenheimer waren mit geschätzten 30 Zuschauern vertreten - bei insgesamt ca. 3.800 zahlenden Zuschauern also deutlich in der Unterzahl. Davon waren ca. 50% einer fahnenschwenkenden, dauerhüpfenden Gruppierung zuzuordnen, die unter Polizeischutz auch den heimischen Zuschauern das ein oder andere lobende Wort oder besser verwundertes Staunen abringen konnten.

Ich persönlich habe mein Ziel erreicht und Dank der Einladung eines Freundes neben Rasenduft und Bratwurst einen tollen Fussball-Nachmittag erlebt. Auf das unsere Roten weiter Punkte, wie heute einen gegen Dortmund, ergattern, der KSV Holstein mit seinem neuen Chef-Scout Carsten Wehlmann als Traditionsverein am Ende noch weiter oben steht und der Fussball ehrlich bleibt!

Als Abschluss möchte ich meinen Tribünen-Nachbarn zitieren, welcher durch seinen gefühlten Pegel von 2,5 Promille zwar seinen Mittag-Essen-Termin mit seiner Frau vergaß - oder auch bewusst gegen "Holstein" tauschte (Telefonat: "Wie ? Das Essen steht fertig aufm Herd ??? ICH bin bei HOLSTEIN !!!") - und folgende Weisheit auf eine normale Spielsituation im Mittelfeld zum Besten gab:

"Jetzt mach doch was - schiiiiiiiiieß schiiiiiiiiiieß!"

Ich konnte ihm auf seinen Wunsch durch das Geschenk meiner Stadionzeitung eine große Freude bereiten.

Bilder aus Sicht von 96KÖLSCH gibt es hier

Mehr Informationen zum KSV Holstein

Mehr Informationen zum 1. FC Heidenheim
» 2 Kommentare
2Kommentar
am Dienstag, 6. Oktober 2009 10:51von step
Ein Insider berichtete mir bereits vom Kick gegen die Schwaben über eine tolle Stimmung bei Kunstlicht, eine nicht ganz so tolle erste Halbzeit und den jetzigen Neutrainer Wück mit einem etwas moderater verhandelten Kontrakt über ein Jahr plus Option. Freitag-Abend galt es für mich schlafenderweise den grandiosen Auftritt gegen Freiburg vorzubereiten - absolutes TV-Verbot (=
1Kommentar
am Samstag, 3. Oktober 2009 00:07von daniel
Die Einweihung der Flutlichtlage war erfolgreich, Doppeltäter Holdt war zwei Mal erfolgreich. Einen Spielbericht zum Kick hättest du im Dritten sehen können.
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