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Fortuna Sittard - MVV Maastricht 0:0 (0:0) am 01.04.2011 um 20:00 Uhr Drucken
Geschrieben von Christian   
Freitag, 1. April 2011

Am ersten April stand das Limburg-Derby zwischen Fortuna Sittard und dem MVV aus Maastricht an.

trendwork arena

Für mich war es eine Premiere da ich vorher noch nie bei einen Spiel der niederländischen zweiten Liga war. Die Abfahrt aus Köln verzögerte sich dank einer kleinen Unpässlichkeit meinerseits um etwa 30 Minuten. Zum Glück ließ der Zeitplan etwas Luft, so dass trotzdem kein Stress angesagt war. Für mich sowieso nicht. Ich war nur Beifahrer.Über Aachen führte die Route ins nahe gelegene Belgien zum Lottospielen. Die Sinnhaftigkeit dieser Aktion wird vom Autor bis heute bezweifelt.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich nicht so grenznah wohne und ich mich schon deshalb nicht in derartige Verhaltensweisen reindenken kann. Von Hannover aus sind unsere Nachbarländer nicht so schnell zu erreichen. Früher gab es mal ne Grenze zur DDR (heute Zone genannt), aber da sind nur die Wenigsten zum Lottospielen oder Bierkaufen hingefahren. Was sollte man auch mit ner Million Osteuro anfangen. Von Belgien ging’s dann zurück nach Aachen und von dort aus in die Niederlande nach Sittard. Vor dem Städtchen stand in der Nähe des örtlichen Gewerbegebiets auf einen Acker: die Trendwork Arena, die Spielstätte der Fortuna aus Sittard.

Ein Stadion, ohne Tradition ohne Charme und normalerweise vermutlich auch ohne Zuschauer. Es gibt keine Unterscheidungsmerkmale dieses Stadions von anderen Arenen in anderen Fußballprovinzen. Vermutlich lässt sich das ganze Bauwerk innerhalb von 48 Stunden auf einen Acker in der Nähe von Paderborn, Verona oder sonstwo auf der Welt verlagern.

Direkt gegenüber der Arena auf einen anderen Acker wurde das Auto geparkt und Bier gesoffen. Dabei konnten wir den Anmarsch der Fans aus Sittard beobachten. Was von Weitem aussah wie eine Polonaise der Gewalt und Zerstörung von der Innenstadt zum Stadion, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Ausflug der pubertierenden Dorfjugend mit Polizeischutz und illegalen Feuerwerkskörpern. Einmal in der Woche brauchen die Einheimischen ja auch mal Ruhe vor ihrem missratenen Nachwuchs. Da zahlt man die Steuergelder für den Polizeieinsatz gerne. Im nahe gelegen Maastricht werden die Einwohner die Ruhe vor allen stadtbekannten Schlägern und Krawallmachern auch genossen haben. Die wurden nämlich in Bussen nach Sittard gekarrt um dort ihr Team zu unterstützen. 

Langsam gingen wir dann auch ins Stadion, um endlich etwas Fußball zu sehen. Ich hatte schon etwas mehr erwartet, aber was beide Mannschaften boten war an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Die niederländische Zweite Liga bringt es nicht. Ich  weiß nicht wie das aussieht wenn sich Spitzenteams gegenüberstehen. In der Anfangsphase vergab Fortuna einen Elfmeter. Der Torwart vom MVV sollte seine Strafe dafür, dass er den Ball nicht passieren lies in der zweiten Hälfte erhalten.

Trotz des niveauarmen Spiels war die Stimmung auf den Rängen während der gesamten 90 Minuten gut und beide Fanlager unterstützten ihre Spieler in bewundernswerter Weise. Zur Halbzeit wurden auch bei diesem Spiel die Seiten gewechselt. Ich erwähne dies, weil Job Builters der Torwart des MVV ab der 45 Minute die Fans der Fortuna im Rücken hatte. Die boten ihm dann gegen Ende der zweiten Halbzeit eine kostenlose Lektion im Umgang mit pyrotechnischem Material an: Nähere dich niemals erstmals brennenden Gegenständen wenn du nicht weißt was sich genau darin verbirgt.

In diesen Fall musste der Maastrichter Keeper eine mittelstarke Explosion in der Nähe seines Kopfes ertragen. Das Spiel wurde trotzdem nicht abgebrochen und der Torwart spielte nach kurzer Unterbrechung  weiter. Eine der wenigen Höhepunkte des Spiels.Die Abreise aus dem Stadion erfolgte ohne große Zwischenfälle und nach einem kleinen Abstecher in die Innenstadt von Sittard ging es über Aachen zurück nach Köln.

Mal abgesehen vom Spiel war der Ausflug in die Niederlande eine sehr gelungene Aktion, die tatsächlich mehr Spaß gemacht hat als dieser Bericht vermuten lässt.

» 4 Kommentare
4Kommentar
am Dienstag, 12. April 2011 00:02von Hannes
Feiner Bericht! 
Nicht dabei gewesen gefällt mir die kritisch-ironische Perspektive des Autors - mal was Anderes. 
Und mir fällt wieder auf, dass ich es immer noch nicht geschafft hab, endlich mal bei einer eurer BeNeLux-Hoppingtouren dabei zu sein.
3Kommentar
am Samstag, 9. April 2011 00:04von step
Erwähnt werden muss der Hang der niederländischen Bevölkerung zu Affen-Lauten, welche ich hier schon lange nicht mehr hören musste. 
 
Das Spiel glänzte mit Parallelen zum DFB-Pokalfinale der Frauen zwischen Potsdam und Frankfurt ... achja und belgischem und polnischem Bier neben Begrüßungs SMS sowohl aus BE und NL 
 
Danke  
 
@Christian: Du bekommst die Erinnerungs-SMS zukünftig rechtzeitig am Bahnsteig ;)
2Kommentar
am Freitag, 8. April 2011 14:30von el_venezolano
http://www.youtube.com/watch?v=y63xLGcsz xY 
 
hier noch der link zur kurz-zusammenfassung.
1Kommentar
am Freitag, 8. April 2011 14:24von el_venezolano
aber geschmeckt hat es dir........das belgische bier. 
 
so nur nochmal der vollständigheit wegen; mitgefahren sind: 
Christian (der verfasser) 
obk 
benni (AC) 
step und 
axel
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 8. April 2011 )