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So, nach einer ebenso unnötigen, wie auch ärgerlichen Niederlage bei meinem „18. Heimspiel“ in Köln war gegen den Inbegriff der grauen Maus aus Bochum dringend Wiedergutmachung angesagt. Und der Abend begann äußerst ansprechend, denn in der Markthalle wurde tatsächlich Bier verschenkt. War zwar „Hannovers Stolz“ aber darüber konnte man generös hinwegsehen.
Entsprechend gestärkt ging es also um viertel nach acht ins Stadion.
Noch kurz dem Präsidenten "hallo" gesagt und dann konnte es auch schon
losgehen. Für den ersten Lacher sorgte dann gleich der Kollege, der die
„Widdiwoll“ (Gerd Rubenbauer) bediente. Nacheinander strahlten uns
Altin Lala, Hanno Balitsch und Jiri Stajner an - dumm nur, dass von
denen keiner mitmachen konnte bzw. durfte.
Irgendwie präsentierte sich die Mannschaft dann in der Folge ähnlich
verwirrt. Man konnte ahnen, dass dieser Abend legendär schlecht werden
würde, als nach guten zehn Sekunden der erste Querpass direkt in die
Füße des nicht übermächtig begabten Gegners gespielt wurde. Und wer
danach dachte, dass dies vielleicht einen „Hallo-wach-Effekt“ hervorrufen könnte, sah sich massiv getäuscht. Bochum war die klar bessere Mannschaft und die Roten spielten, als hätten sie das Sportgerät am Donnerstag zum
ersten Mal in ihrem Leben gesehen. Pfiffe zur Halbzeit – absolut
verdient.
In der zweiten Hälfte war 96 dann zumindest etwas besser, wenn auch
immer noch weit davon entfernt, gut zu sein. Nach 62 Minuten fiel dann
nach einer klassischen Unterperformance des gegnerischen Torwarts
tatsächlich das 1:0! Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich
es im Stadion gar nicht gesehen habe, da ich mich gerade mit einem
Mannschaftskameraden von Fortuna austauschte.
So blieb mir dann auch
zwei Minuten später das erspart, was die Sportschau tags darauf als
„beeindruckend peinliches Eigentor“ bezeichnen sollte – selbst bei der
Aufzeichnung bin ich beinahe noch von der Couch gefallen. Tja, und
danach war die Herrlichkeit dann endgültig dahin. Bochum übernahm das
Kommando und hätte die Roten locker besiegen können, ja müssen. Aber
Gott sei Dank erinnerte sich unser Torwart, warum der Handschuhe
anziehen darf und bewahrte uns vor diesem Super-GAU.
Ja, und jetzt stehen wir da, wo wir nie wieder hin wollten, nämlich
mitten im Abstiegskampf – und wenn die Mannschaft so weitermacht,
kann man nur hoffen, dass sich drei noch schlechtere Horden finden, die
uns die Peinlichkeit des Abstiegs ersparen.
Aber letzten Endes gilt: würden wir ständig gewinnen wollen, wären wir besser Bayern-Fans geworden.
In Köln verfolgten
Herkel, Andreas, Marc, Klaas, Marcel, Gabor und step das Spiel in "Gottes Grüner Wiese".
» 5 Kommentare
5Kommentar am Dienstag, 18. November 2008 10:03
Sehr feiner Bericht über einen "GraueMäuseWettstreit" der übleren Sorte. Nicht einmal Unmengen des auch nicht gerade berauschend schmeckenden Römerpilses konnten den Abend wieder gerade biegen. Völlig missraten.
4Kommentar am Montag, 17. November 2008 23:47
Super Gazza, toller Bericht und es freut mich sehr, einen aktiven Schreiber mehr in unserem kleinen Schreiberkreise begrüßen zu dürfen! Macht Spaß ihn zu lesen! Ich habe noch mal "rübergelesen", also nicht wundern ;-)
3Kommentar am Montag, 17. November 2008 23:04
Grusliger Kick. Schöner Bericht.
2Kommentar am Montag, 17. November 2008 21:15
Schön schaurig! Liegt aber weniger an Deinem Schreibstil, sondern eher daran dass die Bilder dieses unglaublich schlechten Spiels nochmal an mir vorbeiziehen. Danke dafür! ;)
1Kommentar am Montag, 17. November 2008 20:52
Markthalle vs. Grüne Wiese - traumhafter Bericht - Danke dafür!
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