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Tja, was tut man, wenn alles rechnen und kalkulieren einen
nicht näher als neun Reisestunden an Poltawa heranbringt, man aber vorher wie
hinterher nur sieben Stunden Zeit hätte, bis man wieder arbeiten muss? Genau, man
bleibt zähneknirschend in Köln und lässt den holden Gatten alleine ziehen (mit
Axel und Daniel, versteht sich…). Also wirft man mal ein „TV in Köln“ ins Forum
und hofft, dass man den Abend nicht alleine verbringen muss.
Nach einiger Zeit sind es sieben TV-Gucker, das Spiel soll auf
Kabel 1 laufen, ich denke mir, das passt, und biete mein Wohnzimmer zum Gucken
an… Die Liste wächst weiter auf 10…
Dann kommt das erste Foto aus Poltawa: Die Jungs mit Fahne
und Ismael! Das gibt’s doch gar nicht!
Im Forum kommt Hektik auf, weil ein paar Bonner das Spiel
mit Cori gucken wollen, die aber keine Emails beantwortet. Das klärt sich, also
ruft Cori an und fragt, ob noch zwei Leute mitgucken können – kurzer
Überschlag, ich hab ja noch Klappstühle – also ok, bring sie mit… zwölf Leute…Dann
meldet sich Mattes an, und kurz vor Spielbeginn schreibt Hannes: „Auf die
Gefahr hin, dass ich stehen muss: ich komme auch.“ Uff, gottseidank kann man ja
auch auf dem Fußboden sitzen…
Dann beginnt die Klingelei: Carsten, Michaele und Mattes
sind zuerst da, Michaele hat einen Pilz mit Käsehäppchen mit, außerdem
eingelegte Maiskölbchen, alles extra fürs Happening! Dann tauchen die Bonner
auf, allerdings zu dritt. Marvin, Cori, Andreas, Hannes…man nimmt
sicherheitshalber schon mal Sitzplätze ein, noch läuft das Schalkespiel. Dann
kommt Manu, leicht verstört von der Hausarbeit braucht sie erst mal ein Bier –
mit dem sie umgehend im Klo verschwindet. (Cori: Ja wenn man doll Durst hat und
genauso doll muss, dann macht man das halt so!) Als sie zurück ist schlägt sie
vor, doch mal auf das Hannoverspiel umzuschalten – sie lässt sich beruhigen,
das kommt doch auch auf Kabel 1, direkt im Anschluss!
Cori ist frisch aus dem Teneriffa-Urlaub wieder da, in dem
hat sie ihr Trikot bis auf den Teide geschleppt, es angezogen und sich
fotografieren lassen. Sie ist sich sicher: Jetzt muss Hannover gewinnen!
Es klingelt wieder: Überraschungsgast Klaas! Frei ist nur
noch der Schaukelstuhl, den Klaas genüsslich in Besitz nimmt (Verflixt, davon
hat keiner ein Foto, oder?).
Carsten hat sich auf dem Sofa eine Zweitfrau zugelegt, das
wird Michi zu eng, sie flieht auf die Armlehne. Allerdings sieht Carstens
Zweitfrau das mit Carstens Bierkonsum sehr eng, gleich die erste Flasche darf
er nur halb trinken, und auch die nächsten muss er vor ihr verstecken!
Die Konzentration steigt, Schalke schlägt unter Huub Stevens Maccabi Haifa mit 3:1, die Interviews, die Werbung, die
Anmoderation in Poltawa, die Zigaretten werden schnell noch fertig geraucht,
der Ton wird lauter gestellt: Anpfiff! Wo zum Teufel hängt die Fahne? Auf die
Erstentdeckung ist ein Preis ausgeschrieben! Natürlich schreit Marvin
irgendwann, er hat sie gesehen, alle anderen sind sich eher sicher, dass er
blufft; natürlich blufft er nicht, wie sieht der so was immer nur?
Es geht holprig los, doch dann kann man sich
entspannen, Hannover ist gut im Spiel, wir können uns zweimal in die Arme
fallen, zur Halbzeitpause führt 96 sicher und komfortabel 2 zu 0. Allerdings
mögen wir den Blonden mit der Nummer 9 nicht, diese „Pussi“ mit der verbotenen
Frisur, die immer hinfällt. Manu fordert gleich beim ersten Straucheln, dass
der vom Platz muss. Michaele kommt im Laufe der Zeit immer mehr in Fahrt, und
gegen Ende regen sich alle lauthals auf – alle außer Klaas. Der sitzt mit
seinem Herri im Schaukelstuhl und sagt, wir sollten uns auch einen
Schaukelstuhl besorgen, wäre viel besser für die Nerven. Und Nerven lassen wir.
Man, was für ne Zitterpartie, nachdem der Anschlusstreffer fiel! Andreas gehen
vor lauter Aufregung die Zigaretten aus und er muss sich eine von einer Marke
gönnen, deren Genuss er vorher noch empört von sich wies. Endlich der
Schlusspfiff, welche Erlösung! Alle bleiben sitzen und warten auf die
Interviews, aber denkste! Schon in der Halbzeitpause ging es hauptsächlich um
Schalke, und jetzt kam ganz viel Europa League, aber von Hannover kam fast nix
mehr.
Geschafft, aber zufrieden ging man
auseinander, gespannt, ob die drei Jungs in Poltawa mit ihrem Taxi rechtzeitig
zum Rückflug in Kiew eintrudeln würden.
Die Nachbarn erzählten am nächsten Tag, die
Wände hätten gewackelt. Außerdem war ihre digitale Übertragung offenbar 10 bis
20 Sekunden hinter unserer analogen, so dass wir ihnen wohl ein bisschen die
Spannung versaut haben: sie konnten immer schon am Geräuschpegel der Nachbarwohnung
erkennen, ob der Angriff erfolgreich verlaufen würde.
» 1 Kommentar
1Kommentar am Freitag, 14. Oktober 2011 16:21
Sehr schön geschrieben. Ein wuderbarer Einstand und nochmals vielen Dank, dass es auch vor ausverkauften Block im Hause Willu keine Probleme gab. ;)
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