|
Ja, nein, vielleicht, nein, doch, eventuell … der Urlaub meiner Chefin so kurz vor dem Beginn des Kartenverkaufs bedeutete für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wer unterschreibt mir bloß den verdammten Urlaubsantrag? Niemand da. Aber ich will, ich will, ich will doch! Gut, dass in meiner fußballbekloppten Firma großes Verständnis herrschte: „Ach, buch einfach. Dann biste halt krank. Wink nur nicht in die Kamera.“ Aha. Aber einige Telefonate und Quengeleien später hatte ich `nen halben Tag frei und dank Michaele auch eine Karte. Jippi!
Also ging’s am Donnerstagmittag voller Vorfreude in einer kleinen Gruppe 96 KÖLSCHer am Kölner Hauptbahnhof los. Mit einem Quer-Durchs-Land-Ticket.
Es war heiß. Sehr heiß. Was im Gegenzug bedeutet: Durst. Sehr viel Durst. Nach einem charmanten „Es kann nicht sein, dass die Frau als erste ein Bier öffnet.“ gab’s auf dem Vorplatz des Bahnhofs demnach für alle die ersten Kaltgetränke. Die Wahl der Sitzplätze war dann komplizierter als gedacht, fuhren wir doch zur besten Gamescom-Messe-Reisezeit. Kein Kommentar zu den Mitreisenden an dieser Stelle, wobei … doch: Eine freundliche Nonne wusste zwar nicht, wer spielt, wünschte uns dennoch alles Gute. Falls sie abends ganz weltlich TV geschaut hat, ist sie jetzt bestimmt 96-Fan.
Die Zugfahrt war recht unspektakulär, ein bisschen Singen hier, ein paar Bierchen da, Schals aufhängen, Schals abhängen und in den REs wurde es auch nicht merklich kühler. Ich warte auf den Tag, an dem es auch in den mehdorn‘schen Airberlin Fliegern keine Klimaanlage mehr gibt, aber das gehört nicht hierher. Kleines, aber feines Detail am Rande: Der Feuerlöscher im RE ab Hamm trug die Kennnummer 96, ein gutes Omen. Und schon der Quasi-Segen hinter Deutz musste ja wirken! Und Hannes Fahne erst … ach, es konnte eigentlich nichts schiefgehen.
Und so kamen wir dann nach zwei Mal umsteigen (die Akustik in Hamm ist übrigens hervorragend) auch irgendwann in Hannover an. Gut, dass es hinter Minden Biernachschub gab. Eine perfekte Reiseorganisation.Hannoverliebt, hannoverzückt, hannoverzaubert. In Hannover war die Stimmung brillant. E-U-R-O-P-A-P-O-K-A-L. Geil. Kurz in den Fanshop zum lang ersehnten Trikot-Kauf, dann ab auf die Ränge. Eine wunderschöne Choreo im Norden. Gänsehaut pur!
Das Spiel selbst zog laut Quoten nicht nur ganz Hannover, sondern ganz Deutschland in seinen Bann: Pinto, Rausch, Schlaudraff – Tor (6.). In der 38. Minute dann der Ausgleich. Geschockt? Von wegen! Noch kurz vor der Pause traf Schlaudraff erneut – die Arena tobte. Die 2. Hälfte war dann eine Mischung aus Party, LaOla, Zittern, aber am Ende war der Jubel grenzenlos. Was folgte war dann singing in the rain, aber was ist ein bisschen Wasser von oben gegen die Tatsache, dass Sevilla in Hannover baden ging?Ich selbst habe dann ein paar Stunden in Hannover gepennt, bevor es mit dem ICE um 8 Uhr direkt wieder ins Büro ging. Dort – und so schließt sich der Kreis – erwarteten mich voller Lob und Begeisterung meine fußballverrückten Kollegen. Mit einer Currywurst. Und einem Ouzo.
» 5 Kommentare
5Kommentar am Montag, 10. Oktober 2011 11:07
man spürt sie förmlich, die liebe für die roten! wirklich ein schöner bericht cori! :)
4Kommentar am Montag, 10. Oktober 2011 05:38
Sehr schön. Mein LIeblingszitat aus dem Spiegel: "Mit einem Unentschieden ging es trotzdem nicht in die Pause, weil Schlaudraff etwas dagegen hatte." http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1 518,781104,00.html
3Kommentar am Sonntag, 9. Oktober 2011 19:33
Liebe Cori, man zittert förmlich mit, ob Du nun fahren darfst oder nicht! Sehr schön! Schönen Gruß auch an die netten Kollegen, die sind echt in Ordnung!
2Kommentar am Sonntag, 9. Oktober 2011 15:02
Daniel, ich hab ein paar Bilder (hatte ich Freitag vergessen), schicke ich
1Kommentar am Samstag, 8. Oktober 2011 19:31
Falls jemand ein, zwei oder drei Fotos besitzt und mir diese zuschickt, füge ich sie sehr gerne in den schönen Bericht ein! Vielen, vielen Dank Cori!
» Kommentar schreiben
|